Roter Pömpel vor einer Toilette im Badezimmer – pompel-chatgpt Bild: KI-generiert

Eine kurze Geschichte des Pömpels (und wie Sie ihn richtig benutzen)

23. September 2026

Kaum ein Werkzeug im Haushalt hat so viele Namen wie das kleine Gummiding mit dem Holzstiel, das in fast jedem Badezimmerschrank steckt. Pömpel, Pümpel, Saugglocke, Klostampfer, in Österreich sogar Hektor: Alle meinen dasselbe Gerät. Bei uns dreht sich der Alltag um Rohre und Abflüsse, deshalb interessiert uns nicht nur, wie das Ding heißt und richtig funktioniert, sondern auch, woher es eigentlich kommt.

Vom Mörser-Stößel zum Haushaltsgerät: Woher der Name Pömpel kommt

Der Begriff Pömpel stammt ursprünglich aus dem Niederdeutschen und bezeichnete zunächst nicht die Saugglocke, sondern den Stößel eines Mörsers, mit dem gestampft und gestoßen wird. Die Ähnlichkeit in Form und Bewegung, ein verdicktes Ende, mit dem man kräftig auf und ab arbeitet, hat den Begriff später auf das Abflusswerkzeug übertragen.

Pümpel oder Pömpel: warum es beide Wörter gibt

Welche Schreibweise nun richtig ist, Pümpel oder Pömpel, ist bis heute nicht einheitlich geklärt und hängt vor allem von der Region ab. Im norddeutschen Raum ist eher Pümpel gebräuchlich, im mitteldeutschen Sprachraum finden sich Varianten wie Pömpel oder Plümper. Beide Formen gehen auf denselben sprachlichen Ursprung zurück und werden bis heute munter parallel verwendet, ganz ohne dass sich eine Schreibweise offiziell durchgesetzt hätte.

Weitere Namen für dasselbe Gerät

Je nach Region kursieren noch deutlich mehr Bezeichnungen für dasselbe Gerät: Klostampfer, Ausgussreiniger, Gummisauger, Fluppi oder Siphonreiniger sind nur einige davon. In Österreich hat sich sogar der Name Hektor eingebürgert, benannt nach einem frühen Hersteller. So unterschiedlich die Namen klingen, gemeint ist immer dasselbe einfache Prinzip: eine Gummiglocke an einem Stiel, die Unterdruck erzeugt.

Wie die Saugglocke zum festen Bestandteil jedes Haushalts wurde

Auch international hat die Saugglocke eine überraschend konkrete Geschichte, die sich bis in die Patentakten des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen lässt.

Das erste Patent aus New York

1874 meldete der New Yorker Süßwarenhändler John S. Hawley in den USA ein Patent für einen sogenannten "vent-clearer" an, eine Gummikappe an einem Griff, mit der sich Verstopfungen in Waschbecken und Abflussleitungen lösen ließen. Zwei Jahre später verbesserte er seine Erfindung mit einem verdickten Rand, der für mehr Druck beim Aufsetzen auf den Abfluss sorgte. Damit legte Hawley die Grundlage für das Gerät, das bis heute in dieser Form im Einsatz ist. Interessant am Rande: Hawley war eigentlich Süßwarenhändler und meldete neben seiner Saugglocke später auch ein Patent für Schokoladenzigarren an, zwei denkbar unterschiedliche Erfindungen aus derselben Feder.

Vom "Vent-Clearer" zum "Plumber's Friend"

In den folgenden Jahrzehnten setzte sich für das Werkzeug in den USA der Name "force-cup" durch, später auch "plumber's friend", der Handwerksfreund. Dieser Begriff hat sich in der englischsprachigen Welt bis heute gehalten und zeigt, wie fest die Saugglocke inzwischen im Werkzeugkasten von Fachleuten und Privathaushalten verankert ist. In Deutschland entwickelte sich parallel die eigene, regional vielfältige Namensgeschichte weiter.

Wie eine Saugglocke am Abfluss überhaupt funktioniert

Trotz der langen Geschichte hat sich am Funktionsprinzip praktisch nichts verändert.

Unterdruck statt Chemie

Die Saugglocke wird auf die Abflussöffnung gesetzt und dann rhythmisch nach unten gedrückt und wieder nach oben gezogen. Dabei entsteht abwechselnd Über- und Unterdruck im Rohr, der lose sitzende Ablagerungen löst und in Bewegung bringt. Anders als bei chemischen Reinigern kommt dabei kein aggressives Mittel zum Einsatz, was die Methode für Rohre, Dichtungen und Umwelt gleichermaßen schonend macht.

Warum die Form des Gummikopfs entscheidend ist

Damit der Druckunterschied überhaupt entsteht, muss die Gummiglocke die Abflussöffnung vollständig und luftdicht bedecken. Bei einer Spüle oder einem Waschbecken funktioniert die flache Form gut, bei einer Toilette braucht es häufig eine Saugglocke mit zusätzlichem Trichteransatz, der sich in den Ablauf einfügt und dort für eine bessere Abdichtung sorgt.

Pömpel richtig benutzen: Schritt für Schritt

Mit der richtigen Vorbereitung lässt sich eine Verstopfung in vielen Fällen ohne weiteres Werkzeug lösen.

1 Vorbereitung am Abfluss

Decken Sie zunächst den Überlauf der Spüle oder des Waschbeckens mit einem feuchten Tuch ab, damit beim Pumpen kein Druck über diesen Nebenweg entweicht. Füllen Sie anschließend etwas warmes Wasser ein, bis der Gummikopf der Saugglocke vollständig bedeckt ist. Setzen Sie die Glocke danach flächig auf die Abflussöffnung, ohne dass Luft an den Rändern entweichen kann.

2 Der richtige Bewegungsablauf

Bewegen Sie den Pömpel mit gleichmäßigen, kräftigen Stößen auf und ab, ohne ihn dabei ganz vom Abfluss abzuheben. Nach etwa 20 bis 30 Bewegungen heben Sie die Glocke an und prüfen, ob das Wasser abläuft. Bleibt der Erfolg aus, wiederholen Sie den Ablauf ein- bis zweimal, bevor Sie zu anderen Mitteln greifen. Spülen Sie den Abfluss zum Abschluss mit heißem, aber nicht kochendem Wasser nach, damit gelöste Reste vollständig weggespült werden. Kochendes Wasser sollten Sie vermeiden, da es Dichtungen im Siphon angreifen kann.

Wann eine Saugglocke an ihre Grenzen kommt

So bewährt das Prinzip ist, nicht jede Verstopfung lässt sich damit lösen.

Warnzeichen für tieferliegende Verstopfungen

Bleibt das Wasser trotz mehrfacher Anwendung stehen, deutet das oft auf eine Blockade hin, die weiter im Rohr sitzt, als der erzeugte Unterdruck reicht. Auch anhaltende Gerüche oder eine Verstopfung, die sich immer wieder nach kurzer Zeit erneuert, sind Anzeichen dafür, dass die Ursache tiefer liegt als im Bereich, den eine Saugglocke erreichen kann.

Wann sich professionelle Rohrreinigung lohnt

In solchen Fällen bringt weiteres Pumpen selten einen Fortschritt und kostet nur Zeit. Mit professioneller Reinigung erreichen wir auch Verstopfungen, die tief im Leitungssystem sitzen, und stellen bei Bedarf über eine Kamerainspektion fest, ob dahinter ein strukturelles Problem im Rohr steckt.

Wenn Ihr Abfluss trotz Pömpel verstopft bleibt, sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie unverbindlich zu Ihrer Situation und sorgen mit professioneller Technik dafür, dass Ihr Abfluss wieder zuverlässig funktioniert. Unser Notdienst ist rund um die Uhr erreichbar. Ihre Kontaktmöglichkeiten und unser Kontaktformular finden Sie hier: www.lw-abwassertechnik.de/kontakt