So entsteht Rückstau bei Starkregen (+ Tipps zur Vermeidung überfluteter Keller)
11. Juni 2026Inhaltsverzeichnis
Bei Starkregen fällt innerhalb kurzer Zeit extrem viel Regen. Die Kanalisation ist dafür teilweise nicht ausgelegt und wird überlastet.
Das Wasser fließt dann nicht mehr schnell genug ab, drückt durch die tief gelegenen Anschlüsse und Rohre zurück in die Gebäude und überschwemmt dort die Keller.
Mit passenden technischen Schutzvorrichtungen wie einer Rückstauklappe im Keller können die Überschwemmungen unten im Haus vermieden werden.
Wie Rückstau bei Starkregen entsteht
Das öffentliche Kanalnetz hat feste Maße. Die Rohre sind für normale Regenmengen gebaut. Wenn in kurzer Zeit sehr viel Regen fällt, füllen sich die Leitungen unter der Straße vollständig. Die Pumpen und Rohre können die Mengen an Wasser nicht schnell genug ableiten und das Wasser staut sich im Kanalsystem. Unter diesen Umständen kommt es zum Rückstau.
Das physikalische Prinzip dahinter
Wasser sucht sich in verbundenen Rohren immer den gleichen Stand (Gesetz der kommunizierenden Röhren). Kurz gesagt heißt das: Wenn in einem Rohr viel Wasser ist, in einem anderen wenig, und die beiden Rohre verbunden sind, dann wird das Wasser solange in das weniger gefüllte Rohr einfließen, bis der Wasserstand in beiden Rohren auf derselben Höhe liegt.
Die Höhe dieses Wasserstandes wird durch die sogenannte Rückstauebene bestimmt. Diese Ebene liegt auf der Höhe der Straßenoberkante an der Stelle, an der das Grundstück an den Kanal angeschlossen ist.
Wenn das Wasser im Kanalsystem draußen durch extrem starken Regen über diese Linie steigt, drückt es automatisch in die Anschlussleitungen der privaten Häuser, weil die Rohre versuchen, sich auszugleichen – das Wasser kann nirgendwo sonst hin.
Jedes Rohr und jeder Abfluss unter dieser Linie ist dann in Gefahr. Das Abwasser sucht sich den tiefsten freien Ausgang im Gebäude. Ein Rückstau bei Starkregen führt also dazu, dass das Schmutzwasser rückwärts durch die Hausrohre fließt.
So kommt das Wasser in die Hauskanäle
Bei starkem Regen füllen sich die Straßenkanäle teils sehr schnell – in wenigen Minuten. Wenn keine technische Sicherung gegen den Rückstau eingebaut ist, fließt das Wasser dann ungehindert in die Hausleitung.
Der Druck im Rohr steigt an und das Wasser tritt an der tiefsten Stelle aus, die keine Absperrung hat. Das ist oft ein einfacher Ablauf im Boden oder eine tiefe Spüle.
Die Schwachstellen im Untergeschoss eines Gebäudes
Viele Keller werden heute als Wohnraum genutzt (Hobbyräume, zusätzliche Badezimmer) und haben deshalb mehr Wasseranschlüsse. Jedes Waschbecken und jede Toilette im Keller erhöht das Risiko bei einer Überlastung des Kanals.
Gefährdete Abflüsse und Sanitärobjekte
Klassische Bodenabläufe sind einer der wahrscheinlichsten Orte, wo bei Rückstau Wasser austreten kann. Diese Abläufe befinden sich oft in Waschküchen oder Heizungsräumen. Auch der Anschluss für die Waschmaschine ist eine Schwachstelle, wenn das Abwasserrohr offen ist. Toilettenanlagen im Keller bergen das größte Risiko. Durch die großen Rohre fließen bei einem Rückstau schnell große Mengen Schmutzwasser in die Räume.
Eine Überschwemmung mit Abwasser löst gravierende Schäden an der Bausubstanz und der Einrichtung aus. Zudem entstehen hygienische Probleme durch Fäkalien im Wasser. Das erfordert später eine aufwendige Desinfektion.
Die Rückstauklappe im Keller als Schutzbarriere
Eine Rückstauklappe im Keller ist eine mechanische Vorrichtung, die den Rückweg des Wassers bei einem Rückstau blockiert. Das Bauteil wird direkt in das Abwasserrohr eingebaut. Im normalen Zustand ist die Klappe offen. Das Abwasser aus dem Haus läuft ganz normal in den öffentlichen Kanal. Wenn das Wasser aber “in die falsche Richtung” aus dem Kanal zurückdrückt, schließt sich die Klappe durch den Gegendruck. Das fremde Abwasser bleibt draußen.
Die richtige Platzierung im Rohrsystem
Eine Rückstausicherung darf nicht an jeder beliebigen Stelle platziert werden. Sie schützt nur die Abläufe, die unter der Rückstauebene liegen. Abwasser aus den oberen Etagen darf nicht durch diese Klappe fließen. Wenn sich die Klappe bei Starkregen schließt, staut sich sonst das Wasser aus den oberen Stockwerken im eigenen Haus. Die Räume im Keller würden dann durch das eigene Abwasser überschwemmt. Das Rohrnetz muss daher im Keller in verschiedene Stränge aufgeteilt werden.
Funktionsweise des Schutzsystems
Es gibt mechanische und elektrische Systeme. Einfache Systeme nutzen mechanische Klappen. Diese schließen sich allein durch den Druck des ankommenden Wassers. Elektrische Systeme arbeiten mit einem Motor und einem Sensor. Der Sensor misst den Wasserstand im Rohr. Wenn ein Rückstau droht, schließt der Motor die Klappe komplett. Diese Systeme haben mehr Kraft. Sie schließen auch dann sicher, wenn Schmutz im Rohr liegt.
Das passende Rückstauventil im Keller für verschiedene Abwasserarten
Die Wahl des Systems hängt von der Abwasserart aus dem Haus ab. Die Vorschriften unterscheiden zwischen fäkalienfreiem Grauwasser und fäkalienhaltigem Schwarzwasser. Grauwasser stammt aus der Dusche oder der Waschmaschine. Schwarzwasser kommt aus der Toilette.
Schutz bei fäkalienfreiem Grauwasser
Ein einfaches Rückstauventil im Keller ist für Grauwasser geeignet. In diesen Leitungen befinden sich keine groben Feststoffe. Die mechanischen Klappen können sich leicht bewegen und schließen dicht ab, sobald Wasserdruck von außen aufbaut.
Schutz bei fäkalienhaltigem Schwarzwasser
Für Rohre mit Toilettenabwasser ist eine einfache Klappe nicht zugelassen. Fäkalien können sich in einfachen Klappen verfangen und die Klappe schließt dann im Ernstfall nicht mehr dicht. Für Schwarzwasser sind elektrische Rückstauautomaten notwendig. Diese halten das Rohr im Normalbetrieb komplett frei. Wenn der Kellerbewohner die Toilette auch während eines Rückstaus benutzen muss, hilft eine Klappe nicht. In diesem Fall ist eine Abwasserhebeanlage notwendig. Diese Anlage sammelt das Abwasser und pumpt es über das Niveau der Straße hinweg in den Kanal.
Besondere Anforderungen durch eine Regenwasser-Rückstauklappe
Neben dem Schmutzwasser aus dem Haus muss auch das Regenwasser von Außenflächen betrachtet werden. Außenliegende Kellertreppen, Hofabläufe oder Lichtschächte sammeln bei Starkregen viel Wasser und sind ebenfalls Stellen, an denen sich Rückstauwasser ansammelt.
Eine Regenwasser-Rückstauklappe verhindert diesen Rückfluss im Außenbereich.
Wichtig zu beachten ist hier, dass man diese Rückstauklappe nicht in Rohre einbauen darf, die das Wasser vom Hausdach ableiten, wenn diese Rohre vor der Klappe mit den Kellerabläufen verbunden sind. Bei geschlossener Klappe könnte das Dachwasser nicht abfließen. Es würde durch die Abläufe im Keller austreten. Die Leitungen für das Dachwasser und die Leitungen für die Kellerentwässerung müssen getrennt verlegt werden.
Übersicht der Schutzvorrichtungen nach Einsatzzweck
| Schutzvorrichtung | Einsatzbereich | Abwasserart | Funktion |
| Einfacher Rückstauverschluss | Bodenabläufe, Duschen im Keller | Ohne Fäkalien (Grauwasser) | Schließt über eine mechanische Klappe bei Gegendruck. |
| Elektrischer Rückstauautomat | Toiletten im Keller | Mit Fäkalien (Schwarzwasser) | Schließt über einen Motor, wenn ein Sensor Wasser meldet. |
| Abwasserhebeanlage | Kellerräume mit Dauernutzung | Mit und ohne Fäkalien | Pumpt das Wasser aktiv über die Rückstauebene. |
| Regenwasser-Rückstauklappe | Abläufe im Außenbereich, Lichtschächte | Regenwasser | Verhindert das Zurücklaufen von Wasser in tiefe Höfe. |
Planung und Einbau mit der LW Abwassertechnik
Jedes Gebäude hat ein anderes Rohrsystem mit anderen Leitungen und anderem Gefälle. Wir von LW Abwassertechnik prüfen die Situation an Ihrem Gebäude und finden die Schwachstellen unter der Rückstauebene. Mit unserer Erfahrung wählen wir zuverlässig das passende System für Ihr Haus aus.
Wir übernehmen die Beratung und den fachgerechten Einbau. Auch die regelmäßige Wartung der Anlagen gehört zu unseren Aufgaben. Zudem unterstützen wir Sie bei der Rohrreinigung und Kanalsanierung. Kontaktieren Sie die LW Abwassertechnik per Telefon, per E-Mail oder über das Kontaktformular für ein persönliches Beratungsgespräch.

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