Nahaufnahme von austretendem Wasser bei einem Rohrbruch Foto von Arun Prakash auf Unsplash

Was tun bei Rohrbruch? Die Step-by-Step-Anleitung für den Notfall

11. Juni 2026

Um Ihr Haus und sich selbst zu schützen, müssen Sie wissen, wie Sie einen Rohrbruch erkennen und wie sie im Akutfall sofort richtig handeln. Jede Minute, in der Wasser unkontrolliert austritt, erhöht das Risiko für Schimmelbildung, Schäden an der Bausubstanz und teure Folgereparaturen. In dieser Schnell-Anleitung zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, was zu tun ist und worauf Sie dabei achten sollten.

Rohrbruch erkennen: Woran merkt man, dass ein Rohr gebrochen ist?

Nicht jeder Rohrbruch macht sich sofort bemerkbar. Leitungen in Wänden oder unter dem Estrich brechen oft ohne sichtbares Zeichen und fallen erst auf, wenn Feuchtigkeitsflecken an Wänden auftauchen, Böden aufquellen oder der Wasserverbrauch auf der Abrechnung unerklärlich steigt. Weitere Hinweise sind dauerhaftes Rauschen oder Tropfen in der Wand, ein dauerhaft schwacher Wasserdruck oder Wasser in Räumen, die eigentlich trocken sein sollten.

Ein Rohrbruch im Abwasserbereich zeigt sich etwas anders als ein geplatztes Trinkwasserrohr. Hier weisen unangenehme Gerüche, austretendes Schmutzwasser oder nasse Stellen am Boden nahe der Ableitungen auf den Defekt hin. In beiden Fällen gilt: sofort handeln.

Auf einen Blick – daran erkennt man einen Rohrbruch: 

  • Feuchte Flecken an der Wand oder der Decke
  • Der Boden quillt auf
  • Der Wasserverbrauch ist unerklärlich hoch
  • Man hört Rausch- oder Tropfgeräusche
  • Der Wasserdruck ist auf einmal niedriger

Sofort handeln: Die ersten Schritte bei einem Rohrbruch

Schritt 1: Wasserversorgung unterbrechen

Schließen Sie zuerst das Hauptabsperrventil. Es befindet sich in den meisten Gebäuden im Keller, im Hauswirtschaftsraum oder direkt neben dem Wasserzähler. Sie erkennen es als roten oder gelben Hebel oder als rundes Ventilrad. Vollständiges Schließen dieses Ventils stoppt die Wasserzufuhr für das gesamte Gebäude. Was danach noch austritt, stammt aus dem Restinhalt der Leitungen.

Falls Sie den Haupthahn bisher nicht kennen: Suchen Sie ihn jetzt, vor einem Notfall. In Mehrfamilienhäusern befindet sich der Absperrhahn häufig im Keller oder im Zählerraum. Bei Unklarheit gibt die Hausverwaltung Auskunft. Es lohnt sich, alle Personen im Haushalt über den Standort zu informieren.

Schritt 2: Strom abschalten

Wasser in der Nähe von Steckdosen, Schaltern oder Elektrogeräten ist eine ernste Gefahr. Schalten Sie die betroffenen Stromkreise über den Sicherungskasten ab. Wenn Sie nicht sicher sind, welche Bereiche betroffen sein könnten, trennen Sie das gesamte Stockwerk oder die Wohnung vom Netz. Stehende Wasserpfützen sollten Sie nicht betreten, solange elektrische Geräte in der Nähe in Betrieb sind.

Schritt 3: Ausbreitung eindämmen

Sammeln Sie das ausgetretene Wasser mit Handtüchern, Lappen und Eimern auf und verhindern Sie so, dass es in angrenzende Räume läuft. An Türschwellen und Raumübergängen können zusammengerollte Handtücher als Barriere dienen. Räumen Sie Teppiche, Möbel und Elektrogeräte aus dem betroffenen Bereich. Parkett und Laminat saugen Wasser schnell auf, daher zählt hier jede Minute.

Schritt 4: Die Schadenstelle orten

Suchen Sie nach der Ursache, soweit das ohne Eingriffe in die Bausubstanz möglich ist. Sichtbare Risse oder geplatzte Verbindungsstücke an freiliegenden Rohren sieht man natürlich eher direkt. Liegt das Problem in der Wand, hinter Verkleidungen oder unter dem Boden, ist es ohne Spezialausrüstung nicht zu lokalisieren. Versuchen Sie in diesem Fall nicht, selbst in Rohre einzugreifen oder Wände aufzustemmen. Das ist Arbeit für den Fachmann.

Wenn Sie die Schadenstelle sehen, nähern Sie sich vorsichtig. Unter Druck stehendes heißes Wasser kann Verbrühungen verursachen, gerissene Rohrstücke sind scharfkantig.

Schritt 5: Schaden dokumentieren

Bevor Sie mit Aufräumen oder Trocknen beginnen: Fotografieren und filmen Sie alles. Die Schadenstelle, feuchte Wände, durchnässte Böden, betroffene Einrichtungsgegenstände. Diese Dokumentation brauchen Sie für die Hausrat- oder Gebäudeversicherung. Viele Versicherungen verlangen, dass der Schaden im Originalzustand dokumentiert wird. Wer vor der Gutachterbesichtigung alles wegräumt, bekommt eventuell Probleme bei der Erstattung.

Notieren Sie außerdem die Uhrzeit und das Datum, wann Sie den Schaden entdeckt haben und welche Maßnahmen Sie ergriffen haben. Je vollständiger die Aufzeichnungen, desto reibungsloser läuft die Schadensabwicklung.

Schritt 6: Versicherung und Fachbetrieb informieren

Melden Sie den Schaden so schnell wie möglich bei Ihrer Versicherung. Viele Policen enthalten Fristen für die Schadenmeldung bei Wasserschäden. Rufen Sie gleichzeitig, besser noch vorher, einen qualifizierten Fachbetrieb an. Bei einem aktiven Rohrbruch zählt jede Stunde.

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Notdienst oder regulärer Termin?

Wenn Wasser aktiv und unkontrolliert austritt, ist es ein Notfall, egal zu welcher Uhrzeit. Handelt es sich dagegen um einen langsamen Tropfverlust, den Sie durch Abstellen des Haupthahns vollständig stoppen konnten, und ist der Schaden überschaubar, kann ein regulärer Termin ausreichen.

Im Zweifel lieber einmal zu viel anrufen. Wir als Fachbetrieb mit 24-Stunden-Notdienst können schon am Telefon einschätzen, wie dringend ein Einsatz vor Ort ist.

Häufige Ursachen für Rohrbrüche

Frost, Korrosion, Druck und Wurzeln

Rohre brechen selten ohne Grund. Zu den häufigsten Auslösern zählt Frost: Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus und sprengt das Rohr von innen. Bei älteren Metallrohren ist Korrosion ein häufiges Problem. Bei erdverlegten Abwasserleitungen dringen Baumwurzeln ein und beschädigen die Leitung von außen. Dazu kommen mechanische Schäden durch Bauarbeiten, dauerhaft hoher Wasserdruck und fehlerhafte Verbindungsstücke aus der ursprünglichen Verlegung.

Inspektion als Vorbeugung

Viele Rohrbrüche lassen sich verhindern, wenn Schwachstellen rechtzeitig erkannt werden. Eine Kamera-Inspektion der Abwasserleitungen zeigt den Zustand im Inneren des Rohrs, ohne dass etwas geöffnet werden muss. Eine Dichtheitsprüfung nach DIN EN 1610 gibt Auskunft über den Zustand erdverlegter Rohre und ist in vielen Kommunen gesetzlich vorgeschrieben. Beides sind sinnvolle Maßnahmen, bevor ein Schaden entsteht.

Rohrbruch behoben, was jetzt?

Nach dem akuten Ereignis folgt die dauerhafte Instandsetzung. Das Leck muss fachgerecht repariert, betroffene Bereiche müssen professionell getrocknet und auf Schimmel untersucht werden. Je nach Ausmaß des Schadens kann eine Rohrsanierung notwendig sein.

Moderne Verfahren wie das Inliner-Verfahren (Relining) ermöglichen es, Rohre von innen zu sanieren, ohne Wände oder Böden großflächig aufzustemmen. Bei erdverlegten Kanälen und Abwasserleitungen bietet sich die grabenlose Sanierung an: Dabei wird ein neuer Liner von innen in das defekte Rohr eingezogen. Das Ergebnis ist ein stabiles, dichtes Rohr ohne aufwendige Erdarbeiten und ohne großen Eingriff in die Fläche.

LW-Abwassertechnik: Ihr Ansprechpartner bei Rohrbruch

LW-Abwassertechnik ist rund um die Uhr erreichbar, mit Ausrüstung für Leckortung, Rohrreinigung und langfristige Sanierung. Ob Notfalleinsatz in Mannheim, Kamera-Inspektion oder grabenlose Rohrsanierung im Raum Meckesheim: Das Team ist schnell vor Ort und behebt Schäden dauerhaft.

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